Norwegen
Wer sich den viiiel zu langen Bericht ersparen will, kommt H I E R gleich zu den Bildern.31. Oktober
Tag 1
Um 15:25 steigen Heiko und ich in den Flieger nach Oslo, um uns dort mit Gregor und Daniel zu treffen. Zusammen, so war der Plan, stand ein langes Wochenende im Mauranger-Fjord bevor.
Gegen 17:20 versuchte der Pilot unserer Ryanair-Maschine, mit der vielsagenden Aufschrift „Bye Bye Baby“, auf nasser Piste zu landen. Nach dem amtlichen Aufsetzen folgte dann ein ewig langer Bremsweg. Beim drehen der Maschine auf der Piste sahen wir dann auch mit erstauen, wie nah das Ende der Bahn doch war. Naja, ist ja nochmal gut gegangen.
Danach haben wir unseren Mietgolf abgeholt und sind dann, bewaffnet mit einem Routenplaner aus dem Internet, Richtung Oslo gestartet. Das Ziel: Haraldsheim in der Haraldsheimveien. So weit so gut. Nur hat der Routenplaner den Straßen in Oslo andere Namen gegeben als die Stadtplaner. Doof. Deswegen haben wir auch noch die verschiedenen Autobahn-Ringe der Hauptstadt kennengelernt. Nie wieder Routenplaner!
Tortzdem haben wir dann unsere Herberge für diese Nacht gefunden sowie unsere Mitreisenden Gregor und Daniel. Das haben wir dann gleich bei einem Dönermenschen gefeiert, der weder Englisch noch Visa sprach. Dafür hat Daniel uns mit seinen Kronen ausgeholfen. Abends stand dann nur noch das Bett beziehen vor der Nachtruhe im Weg. Aber im 21. Jahrhundert stellt das junge Männer nicht mehr vor ein Problem...
Tag 2
Nachdem recht guten Frühstück gings los Richtung Mauranger-Fjord. Vorher gab es aber noch einen Stopp am Holmenkollen, der olympischen Skischanze von Olso. Beeindruckendes Teil, wobei der Auslauf noch um einiges mehr beeindruckender ist. Hat etwas von einem Meteoritenkrater. Aber bei dem Ausblick war ich über meine Entscheidung für das Meteorologiestudium und gegen die Karriere als Skispringer irgendwie froh.
Nach der ersten Pause gings dann auf die E18 und bei Drammen dann auf die E134. Immer Richtung Westen. In einer der schönsten Landschaften auf diesem Erdball. Nach einer kurzen Pause, bei der die Jacke von Gregor etwas Bananengeruch aufgenommen hat (sorry Gregor (-: ) ging es dann immer höher hinauf, in Regionen, in die sich kein Baum traut. Ein karge, aber sehr schöne Stimmung. Nach unzähligen Kurven und Tunneln und Tunnelumfahrungen im Konvoi kamen wir dann in Odda an, der letzten Stadt vor unserem Ziel Sundal. Dorthin gelangt man nur durch einen 11 km langen Tunnel, an dessen Ende wahlweise eine alte Frau mit langen grauen Haaren saß oder ein Bild von einem norwegischen Mädchen.
5 Minuten hinter dem Tunnel war dann auch unsere gemütliche Hütte direkt an einer Flußmündung am Fjord. Die Hütte hatte alles was man braucht: große Wohnküche, Bad, Dusche und 2 Stockbetten. Perfekte Bedingungen also. Und draußen gabs noch einen grandiosen Abendhimmel zu bestaunen. Allerdings ohne Nordlicht
Verpflegt haben wir uns übrigens mit Nudeln. Jeden Tag. Dieser Abend war von einer Knoblauchsoße dominiert, die ihresgleichen sucht.
2. November
Tag 3:
An diesem Tag wollten wirs wissen. Wir wollten einen Fjord von unten nach oben laufen und die Wahl fiel dabei auf keinen Fjord, sondern auf Mabödalen in der Nähe des Eidfjords. Nach durchqueren einer Kuhweide, auf der sich, wie sich später herausstellte, eine Hippie-Pferde-Kommune versteckt hielt, ging es dann in den Berg. Mit einem ungutem Gefühl. Zitat des Wanderführers: „Unglaublich scheint dieses Unterfangen von hier aus zu sein, zu steil das felsige Gelände aus halbkreisförmigen Felswänden und Geröllflanken, aus dem die nur wenig bewachsene Kerbe besteht.“ Und so war es. Die „bewachsene Kerbe“ sind wir bergziegenhaft nach oben gekrachselt und wurden oben erst mit einem schönen Ausblick und, nach teilweise eisigen, teilweise sumpfigen Wegen mit dem Blick auf den Vöringfossen belohnt. Ein Wasserfall wie aus dem Set zu Herr der Ringe geklaut. Imposant. Nachdem Rückmarsch auf einer alten Pass-Straße zum Auto haben sich dann auch die Hippiepferde gezeigt. Die waren dann aber schnell Nebensache, als man im Auto in den Genuß der Sitzheizung kam. Zumindest Pilot und Copilot (sorry Daniel und Gregor (-: )
Abends gabs dann Nudeln. Dieser Abend war von einer Chilisoße dominiert, die ihresgleichen sucht.
Wie einen Tag zu vor und wie auch am abend danach ließen wir den Tag mit einer Partie Poker ausklingen. Jetzt wissen wir, das Heiko gut Karten mischen kann und besser nicht spielsüchtig wird :-)
3. November
Tag 4
Das Ziel für heute hieß Bergen. Die Stadt an der Westküste Norwegens.
Dorthin musste man zumindest einmal mit einer Fähre übersetzen. Für 20 Euro! Einfach! Unglaublich! Teuer! Und dann lief die Fähre auch noch schief ein. Naja, als wir dann drauf waren, war wieder alles senkrecht. Von Bord aus ließ sich dann auch das postfrontale Schauerwetter gut betrachten. Wenn 4 Meteorologen auf Reisen gehen...
Bergen an sich ist keine so tolle Stadt. Es gibt einige nette Häuser und Ecken, doch so richtig Charme versprüht sie nicht. Wäre der Hafen nicht da, dann könnte man fast glauben, man wäre in Pforzheim. Das schöne an Bergen sind nur die Berge außen rum. Den Hausberg Flöyen haben wir dann per Pedes erklommen und wurden mit einem beeindruckenden Blick direkt in eine Wolke belohnt. Für mich als Mikrophysiker war das natürlich toll. Als sich dann die Sättigungsverhältnisse geändert haben legte die Wolke dann den Blick über Pforzheim, nein, Bergen frei. Dort oben gabs dann auch noch eine Art von Trollpark mit Figuren, die Angela Merkel aus dem Gesicht geschnitten waren. Ist aber nur mein Eindruck.
Gegen 16 Uhr gings dann wieder gen Heimat. Wieder mit der Fähre. Wieder für 20 Euro!!! Abends angekommen gabs dann Nudeln. Dieser Abend war von einer Basilikumsoße dominiert, die ihresgleichen sucht.
Und auch an diesem Abend machte das Glück beim Pokern nicht bei Heiko halt.

4. November
Tag 5
4:15 Uhr. Der Wecker geht. Wir müssen früh raus, da wir ja am Spätnachmittag unsere Flüge in Oslo bekommen mussten. Außerdem wollten wir auf der kargen Hochebene den Sonnenaufgang betrachten und nebenher frühstücken. Doch erstens kommt es anders, und zweitens lag dann nach 45 Minuten Fahrt vor uns auf der Straße ein Auto auf dem Dach. Einfach so. Das war dann erstmal nicht so lustig. Das ältere Ehepaar das drin saß hatte sich da schon befreit und die Polizei informiert, stand aber sichtlich unter Schock. Da wir die ersten vor Ort waren mussten wir uns ja um sie kümmern. Den Zeitplan konnte man da natürlich abhaken. Also erstmal wurde die Unfallstelle abgesichert und die Frau in unser warmes Auto gesetzt, während der Mann etwas wirres Zeug sprach. Sein Rücken würde weh tun, aber nicht vom Unfall eben, sondern weil er von einem Schaf gefallen sei. Was man davon halten soll? Jedenfalls kam über eine dreiviertel Stunde keine Polizei oder Abschleppwagen, doch wir mussten weiter. Also wurde das nächste Auto angehalten und zum warten mit dem Ehepaar verdonnert. Wir mussten ja weiter.
Wir fuhren also der Sonne und Oslo entgegen und kamen dann doch noch pünktlich in Oslo an, wo wir Daniel und Gregor am Bahnhof verabschiedet haben. Heiko und ich sind dann Richtung Ryanairflughafen gefahren, mit einem letzten Abstecher an den Oslofjord.
Nach dem unser treuer Golf voll getankt und dreckig wie die Sau abgegeben war, wurde eingechekt und mit 30-minütiger Verspätung gestartet. Aber erst nachdem der Stuart bei der Sicherheitseinweisung die Sauerstoffmaske als Peitsche umfunktioniert hat und einem Passagier ins Gesicht geschleudert hat. Natürlich unter Applaus der hinteren Reihen.
Nach der Landung kamen dann um 19:56 Uhr unsere Koffer aus dem Band und in neuer Bestzeit im 500 m Kofferrollen saßen wir dann um 20 Uhr im Bus nach Mainz. Da kam dann auch schon die SMS von Gregor, dass ihr Flugzeug nach Triebwerksausfall wieder nach Oslo zurückgeflogen ist. Tolle Wurst, aber das ist eine andere Geschichte.
Trotzdem bleibt auf gut Meenzerisch zu sagen:
„Schee wars!“
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